Mittlerweile ist es fast so, dass man den Ergebnissen der Ministerpräsidentenkonferenzen, auf denen die neuen Regelungen zur Corona-Pandemie bekanntgegeben werden mit einer Spannung entgegenfiebert, die ich sonst von Pokalauslosungen im Fußball kannte. Was wird kommen? Was wird sich ändern? Gibt es Lockerungen, oder Verschärfungen? Können die Kinder in die Schule, oder in den Kindergarten?

So warteten wir auch gespannt auf die Verkündigungen der letzten Konferenz, um vor allen Dingen zu erfahren, wie es mit Kindergarten und Schule weitergeht. Wenngleich man mit Verschärfungen rechnen musste, hat man doch irgendwie immer die Hoffnung, es könnte vielleicht ein wenig bergauf gehen. Gleichzeitig bin ich im Nachgang auch häufig verwundert über den Aufschrei, wenn keine Lockerungen beschlossen wurden. Wie gesagt, eigentlich konnte man damit rechnen und es wurden auch im Vorfeld keine falschen Hoffnungen geweckt.

Nun könnten wir unsere Große also in die Schule schicken, wenn es uns nicht möglich ist sie  anderweitig zu betreuen. Übrigens halte ich es für die richtige Entscheidung, den Eltern die Möglichkeit zu geben die Kinder in der Schule betreuen zu lassen, wenn sich die Betreuung nicht anders organisieren lässt. Die unsägliche Diskussion über Systemrelevanz der Berufe und dem damit verbundenen Anspruch auf Notbetreuung blieb uns somit erspart. Schon damals fragten wir uns, warum wir denn nicht systemrelevant sind, wo doch die Arbeit an unseren Arbeitsstätten wie gewohnt weiterging.

Nach den Erfahrungen im Frühjahr dachte ich sofort, dass wir unsere Große nun die Schule schicken werden.  Meine Frau bremste mich ein wenig, da man ja versuchen soll den Gang in die Schule, wann immer möglich, zu vermeiden. Nun haben wir das Glück, dass wir beide auch von zuhause arbeiten können. 

Also: Arbeitskalender auf den Tisch! Termine abstimmen! Im Termin des einen, hat der andere Kinderdienst. Zusätzlich werden Termine im Kalender geblockt, damit sich jeweils einer von uns um die Kinder kümmern kann. Hinzu kommen Sitzungen der Großen mit ihrer Klasse, die über Teams gehalten werden. 

Alles in allem beginnt so ein Arbeitstag dann schon sehr früh, in der Hoffnung, dass man noch was erledigen kann, ehe die Kinder wach sind. Allerdings endet ein solcher Tag auch meist sehr spät, da sich auch die Aufgaben des Alltags in den Arbeitstag mischen und ebenso eingekauft, gekocht, aufgeräumt und vieles weitere erledigt werden muss...
Was dann über den Tag liegengeblieben ist wird dann mitunter erledigt, wenn die Kinder schlafen. 

Konkret zum Homeschooling! Ich bin positiv überrascht davon. Wir haben eine Arbeitsmappe ausgehändigt bekommen, in der Arbeitsblätter für drei Woche enthalten sind, die nach Plan abgearbeitet werden. Begleitet wird das Ganze von regelmäßigen Videokonferenzen mit der Klassenlehrerin und anderen Mitschülerinnen und Mitschülern. Für meine Tochter ist das eine willkommene Abwechslung und die Motivation ist auch noch hoch. Zumal die Autorität einer Lehrkraft nicht mit der der Eltern gleichzusetzen ist. Was meine Frau und ich des Öfteren zu spüren bekommen.

Daher halte ich dies für keine Dauerlösung. Schule sollte in Präsenz stattfinden. Der persönliche Austausch mit den Lehrern, mit Freundinnen und Freunden ist durch nichts zu ersetzen. Die Tage sind zudem wirklich anstrengend und können durchaus an die Grenzen gehen.

Ich blicke aber zuversichtlich in die Zukunft und bin fest davon überzeugt, dass wir es gemeinsam schaffen werden die Pandemie zu überwinden, wenngleich vor allem die nächsten Wochen sicherlich nochmal anstrengend werden.