Dank und Anerkennung für DRK

21.01.2021, 12:39 Uhr

Im Treffen zwischen dem CDU-Oberbürgermeisterkandidaten, Jens Böhringer, und dem wirtschaftspolitischen Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Heiko Kasseckert, mit dem Geschäftsführer des Hanauer Kreisverbandes des Deutschen Roten Kreuzes, Stefan Betz, ging es vor allem um die vielfältigen und wichtigen Aufgaben, die das DRK übernimmt.

Der Kontakt mit dem Deutschen Roten Kreuz beschränke sich im privaten Bereich meist auf das Blutspenden, so Böhringer. Las man während des ersten Lockdowns im Frühjahr noch von Engpässen bei den Blutkonserven, habe sich die Situation mittlerweile aber wieder deutlich entspannt, so Betz. Die Verlegung in größere Räumlichkeiten, Temperaturkontrolle am Eingang und zusätzliche Hygienemaßahmen ermöglichen es, auch in diesen Zeiten Blutspendetermine durchzuführen. Zudem wurden Wartezeiten durch eine neu eingeführte Online-Terminvergabe vermieden. Eine Neuerung, die gerne angenommen wird und dauerhaft beibehalten werden soll.

„Das ist eines der Beispiele, wie die Krise auch Prozesse anstoßen kann, für die es sonst noch lange gebraucht hätte“, begrüßt Böhringer diese Entwicklung. Auch mit dem Pilotprojekt Telenotarzt wird die Digitalisierung weiter vorangetrieben. Drei Rettungsfahrzeuge des DRK wurden mit Kamera- und Tontechnik ausgerüstet, über die die Besatzung des Fahrzeuges mit Notärzten Kontakt aufnehmen kann. Der Notarzt sieht auch die Vitalparameter des Patienten und kann bei Bedarf die Gabe vonMedikamenten anordnen oder weitere Behandlungsschritte empfehlen. „Die Digitalisierung schreitet in allen Lebensbereichen voran. Es ist erfreulich, dass sie nun auch im Rettungswesen genutzt werden kann“, so der DRK Geschäftsführer.

Im Jahr zählt das DRK Hanau ca. 30.000 Einsätze, etwa die Hälfte davon im Hanauer Stadtgebiet. Diese Zahlen wurden im Hinblick auf die Kreisfreiheit Hanaus erhoben. „Der gemeinsame Rettungsdienst mit einer gemeinsamen Leitstelle soll auch nach dem Austritt Hanaus aus dem Main-Kinzig-Kreis bestehen bleiben“, so Betz. Diesen Ansatz hält auch Jens Böhringer für sinnvoll. „Es soll durch die Kreisfreiheit auch im Rettungswesen nicht zu unnötigen Doppelstrukturen kommen, die am Ende denKoordinationsaufwand und die Kosten erhöhen“, betont Böhringer. Offen dagegen ist die künftige Organisation beim Katastrophenschutz, für den derzeit insgesamt vier Züge im Main-Kinzig Kreis für Stadt und Landkreis vorgehalten werden. Eigene Lösungen würden einen zusätzlichen Kraftakt für die ehrenamtlichen Helfer und zusätzliche Kosten für die Technik bedeuten, weshalb auch der Landtagsabgeordnete Heiko Kasseckert die gemeinsame Weiterführung des Katastrophenschutzes empfiehlt.

Corona hat auch das Rettungswesen vor ganz neue Herausforderungen gestellt. Zwar sind aufgrund des geringeren Verkehrsaufkommens und der eingeschränkten Freizeit- und Sportbetätigungen insgesamt weniger Einsätze zu verzeichnen. Dafür steigt jedoch die Arbeitsbelastung durch die nötigen Schutz- und Desinfektionsmaßnahmen, gerade wenn mit Corona infizierte Personen versorgt werden müssen. Dazu kam eine teilweise dünne Personaldecke, da sich immer wieder Mitarbeiter in Quarantäne begeben mussten. Gleichzeitig wurde Aufbauhilfe für das Impfzentrum in Hanau geleistet und Soldaten der Bundeswehr für die Durchführung von Schnelltests ausgebildet. „Bei Bedarf werden die Ehrenamtlichen aktiviert, die dann einspringen. So stellen wir immer sicher, dass wir unseren Aufgaben gerecht werden können“, so Betz.

Aber nicht nur der Blutspendedienst und der Rettungsdienst zählen zu den Tätigkeitsfeldern der rund 400 festangestellten und 600 ehrenamtlichen Mitarbeitern. So wären sportliche oder kulturelle Großveranstaltungen ohne die Helfer des Sanitätsdienstes undenkbar. Sie stehen dort bereit, um eine kompetente Erstversorgung zu übernehmen. Eine wichtige Rolle spielt natürlich auch die Erste-Hilfe- Ausbildung. Diese Kenntnisse müssten eigentlich regelmäßig aufgefrischt werden, meint Kasseckert. Nur zehn Prozent der Kursteilnehmer kämen wirklich freiwillig. Alle anderen müssten den Kurs etwa für die Führerscheinprüfung absolvieren, bestätigt Betz.

Neben den Rettungs- und Gesundheitstätigkeiten ist das DRK auch im sozialen Bereich aktiv, betreibt Kleiderläden und den Kreuz- und Quer Laden in der Hanauer Weststadt. Es ist zudem Träger der Seniorenzentren in Maintal und einer Kindertagesstätte in Langenselbold. In Jugendrotkreuzgruppen werden Kinder und Jugendliche an die Arbeit des DRK herangeführt. Gerade dies sieht Böhringer als wichtiges Ziel für die Zukunft: Auch junge Menschen für die ehrenamtliche Arbeit des DRK zu begeistern und dankte den Helfern für ihren hervorragenden Einsatz für die Gesellschaft.